Museumsmeldungen: Der Stell-eine-Frage-Tag

14.03.2021 Sara Hirschmüller

Autorinnen: Anna Pettenpohl, Katharina Kirschkowski, Sara Hirschmüller (stud. Volontärinnen Kunstvermittlung)

Warum sind mache Räume so dunkel? Kann man nicht mehr Licht machen?

Aus konservatorischen Gründen sind einige Räume im Museum manchmal dunkel. In solchen Räumen wird häufig ein Kompromiss zwischen Erhaltung des Kunstwerks und das Zeigen von solchen getroffen. Denn durch das Licht können die Gemälde beschädigt werden. Zum Beispiel ist Holz recht empfindlich und kann sich durch Licht mit der Zeit zersetzen. Ähnlich ergeht es auch den Gemälden oder anderen Kunstwerken. Da die meisten Kunstwerke extrem wertvoll sind, möchte das Museum diese natürlich möglichst schützen, aber diese auch gleichzeitig den Besucher:innen zeigen. Deswegen wird einfach das Licht in einigen Räumen gedimmt. Aber nicht immer ist es im Museum so dunkel. Gerade wenn die Putzkolonnen durchs Museum huschen, wird ein extra Licht, wir nennen es Putzlicht, eingeschaltet. Dieses beleuchtet nicht die Kunstwerke, sondern speziell den Boden. Dennoch darf es nur für möglichst kurze Zeit am Tag an sein, damit die Kunstwerke uns möglichst lange erhalten bleiben.

Sind die Kunstwerke nur wertvoll, weil sie alt sind?

So einfach kann man es leider nicht formulieren. Wir haben viele Kunstwerke, die ganz viele Jahre auf dem Buckel haben. Diese stehen immer in einem kulturellen, historischen, kunsthistorischen und zeitlichen Kontext und können bei einer Zerstörung nicht wiederhergestellt werden. Gerade bei jüngeren Kunstwerken ist der Künstler oder die Künstlerin oft mit seiner Persönlichkeit in das Werk integriert, weshalb auch diese nicht reproduziert werden können. Also ist die Frage mit Jein zu beantworten. Es gibt viele Kunstwerke, die mehrere Jahrhunderte alt sind, aber auch neuere Kunst, die sehr wertvoll ist.

Wie viele Treppenstufen gibt es eigentlich im Museum?

Wir haben ... uff ... nachgezählt! Zusammen mit Alt- und Neubau gibt es 291 Treppenstufen. Wir hoffen, dass wir uns nicht verzählt haben. Man kann aber auch den Aufzug nehmen!

Der optimale Abstand zum Werk. Foto: Sara Hirschmüller

Wie nah darf man an ein Kunstwerk dran? Darf man die Kunstwerke anfassen?

Wir empfehlen, einen Meter Abstand zu halten! So läuft man nicht Gefahr, dass die Ausstellungsstücke versehentlich berührt werden. So steht es auch in der Benutzungsordnung des Hauses: „Besucher haben sich so zu verhalten, dass [...] Ausstellungsobjekte nicht beschädigt werden“. Grundsätzlich dürfen keine Kunstwerke angefasst werden, es sei denn, sie sind gekenntzeichnet. Für blinde Besucher:innen bietet sich an nachzufragen, welche Kunstwerke das ganz genau sind.

Darf ich alles fotografieren?

Ja, in der Sammlung darf fotografiert werden. Aber ohne Stativ und ohne Blitz und nur für private Zwecke! In Sonderausstellungen darf allerdings nicht gefilmt oder fotografiert werden.

Foto: Christian Richter

Wie groß ist das größte Kunstwerk im Museum und welches ist es?

Mit Abstand wohl das größte ist die „Silberne Frequenz“ (1971/2014) von Otto Piene (1928–2014). An unserer Außenfassade kann man die große Installation bewundern. Wir konnten sie leider nicht ausmessen, deswegen gibt es ein paar andere Details: Sie besteht aus 410 einzelnen Edelstahlkugeln, die abends die Fassade in verschiedenen Programmen zum Leuchten bringen.

Wie viele Leute arbeiten in einem Museum und welche Berufsgruppen gibt es? 

Aktuell arbeiten 124 Personen im Museum. Dies schwangt im Jahr aber immer wieder, sodass das Museum meistens zwischen 120 und 130 Mitarbeiter:innen hat. Wir haben mindestens 12 Berufsgruppen im Museum, die hier einmal aufgelistet sind: Verwaltungsfachangestellte:r, Fotograf:in, Restaurator:in, Bibliothekar:in, Schreiner:in, Haustechniker:in, Hausmeister:in, Maler:in, Numismatiker:in, Kunsthistoriker:in, wissenschaftliche Volontär:in, studentische Volontär:in. Diese teilen sich auf 11 Abteilungen auf: Verwaltung, Presse, Kurator:innen, Kunstvermittlung (Besucherbüro, Kunstvermittler:innen), Dokumentation, Bibliothek, Restauration, Pforte, Handwerker, Aufsichten, Kulturprogramm, Magazinverwaltung.

Wie prägt ein Museum die Stadt?

Schon durch die Architektur wird der Bezug zur Stadt und zu den potenziellen Besucher:innen deutlich. Mit mehreren Kniffen schaffte der Architekt Volker Staab es, das Gebäude offen zu gestalten. Durch die großen Fenster werden zum Beispiel Ein- und Ausblicke ins und aus dem Museum möglich. Auch durch große Fenster an der Rothenburg und am Domplatz werden schon die gezeigten Epochen, vom Mittelalter bis zur Gegenwart der Stadt gezeigt. Die großen Plätze vor den Eingängen (Patios) öffnen das Museum für die vorbeigehenden Stadtbesucher und bieten damit auch einen gewissen Ruhepol.

Was war die erfolgreichste Ausstellung?

Die erfolgreichste Ausstellung war Turner. Horror and Delight, die vom 08.11.2019–26.01.2020 zu sehen war.

Wie lange dauert es, eine Ausstellung zu planen? 

Das ist ganz unterschiedlich und kann zwischen ein bis drei Jahren schwanken.

Muss man im Museum leise sein?

Natürlich nicht. Wir freuen uns immer über anregende Gespräche unter den Besucher:innen, aber natürlich sollte dies in einer ganz normalen Lautstärker passieren.

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Kategorie: Museumsmeldungen