Museumsmeldungen: Raum für Entfaltung

21.10.2020 Sara Hirschmüller

Spontan Digital

Autorin: Katharina Kirschkowski (stud. Volontärin Kunstvermittlung)

Abgesagte Veranstaltungen, ausfallende Workshops und ein Museum, das zumachen muss. Das Frühjahr hat uns alle auf Trap gehalten und uns mit Schwung in eine neue Normalität geworfen, an die wir uns alle noch ein bisschen gewöhnen müssen.

Für einige Workshops gab es allerdings kreative Lösungen – so auch für den Mappenkurs mit Stephanie Sczepanek und Will Borgmann, Kunstvermittlerinnen im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Dieser sollte vom 1. Februar bis zum 28. März 2020 laufen. Das Museum schloss allerdings am 13. März die Türen, nachdem immerhin einige Kurstermine stattfinden konnten.

Die Mappenkurse sind Workshops für kreative Studiengänge. Hier können Teilnehmende an den Mappen, die als Bewerbung an Kunstakademien oder anderen kreativen Studiengängen gebraucht werden, arbeiten. In den Ateliers können so unter Anleitung und Anregung die Materialien für verschiedensten Techniken genutzt werden.

In den Kursen entwickeln die Teilnehmer:innen, wenn noch nicht vorhanden, ein Thema der Mappe. Sie erfahren, wie wichtig ein roter Faden ist und üben über die eigene Mappe und eigene Kunstwerke reden zu können. Es ist auch wichtig, dass die Teilnehmenden die Möglichkeit haben neue Techniken und Methoden kennenzulernen und auszuprobieren. Künstlerinnen und Künstler aus dem Vermittlungsteam des Museums stoßen dafür zu dem Kurs dazu, damit die Teilnehmenden von ihnen lernen können.

„Man bekommt Werkzeuge für seinen Werkzeugkasten zuhause in die Hand“, umschreibt Stephanie Sczepanek die Ziele des Kurses. Die Teilnehmenden nehmen die kennengelernten Techniken und Methoden dann als neues Werkzeug mit nach Hause und können es bei der Gestaltung ihrer Mappe einsetzen. Eine professionelle Begleitung steht im Vordergrund. Es können in den Kursen Werke für die Mappe entstehen, aber die größte Arbeit findet dennoch in den eigenen vier Wänden statt.

Zu den so zuhause entstandenen Werken gibt es in der Runde im Kurs wieder Feedback. Über die künstlerische Betreuung hinaus gibt es auch weitere Themen zu besprechen, die für die Bewerbung mit einer Mappe wichtig sind. Fragen über verschiedene Akademien und ihre Förderung und Forderungen werden beantwortet und Tipps rund um die Bewerbung gegeben.

Bei so vielen Zielen einfach die Türen zuzumachen und sich der Situation, in die uns die Pandemie alle geworfen hat, einfach kampflos zu ergeben, kam den beiden Kursleiterinnen nicht in den Sinn. Kurzerhand und spontan wurde aus dem Mappenkurs in den Ateliers ein Mappenkurs Online: Die nächsten Kurstermine wurden über Zoom abgehalten – das Experiment trug Früchte. Jetzt gab es nicht nur die Gruppentermine, sondern auch Einzelgespräche, die man sonst in den Ateliers geführt hatte. Dass der Kurs schon im Februar losgelaufen war und die Teilnehmenden bereits Methoden und Techniken in den Terminen vor Ort vermittelt bekommen hatte machte es dabei einfacher. Die Kursleiterinnen sammelten aber direkt schon Ideen, wie man auch diese Formate, wenn nötig, ins Digitale übertragen kann.

Das Resultat konnte sich sehen lassen – gelungener Workshop, trotz Lockdown! Am Ende hatte jeder seine eigene, individuelle Mappe. Der Mappenkurs ist ein geschützter Raum für die Entfaltung der Fähigkeiten seiner Teilnehmenden. Es sei nur so viel gesagt: Der Workshop war für die Teilnehmenden ein so guter Erfolg war, dass wir ihn ab November wieder anbieten werden, damit noch mehr von dem Angebot profitieren können. „Notfalls auch wieder online“, lacht Stephanie Sczepanek.

Wie kann ich teilnehmen?

Bald schon können sich Interessierte über unseren Ticketshop einen Platz sichern. Der Kurs findet mit 10 Terminen im 14 Tage-Rhythmus ab Donnerstag den 12.11.2020 für 120€ statt. Immer von 15-18 Uhr im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster oder bei Notwendigkeit online.

Anmeldung auf unserer Museumshomepage über TicketPay.

Kategorie: Museumsmeldungen