Thementage: Public Matters

18.08.2020 Sara Hirschmüller

Foto: LWL/ Hanna Neander


Die zweiten Thementage auf Kunstory starten und damit widmen wir uns dem Skulptur Projekte Archiv, der Publikation Public Matters und der Ausstellung The Public Matters (29. November 2019 – 15. November 2020) vom Künstlerkollektiv Projekt 2077

Worum geht es?

Öffentlichkeit und Teilhabe sind Grundlagen jeder Demokratie und einer offenen Gesellschaft. Sie bestimmen auch die Positionierung und Entwicklung eines ungewöhnlichen Ausstellungsformats: der Skulptur Projekte in Münster. In einem dreijährigen Forschungsprojekt zum Skulptur Projekte Archiv befasst sich das LWL-Museum für Kunst und Kultur zusammen mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in einer Publikation mit Zusammenhängen von Kunst und Öffentlichkeit.

Wie wird Öffentlichkeit heute verhandelt und was hat das Feld der Kunst ihr hinzuzufügen? Wo tritt Kunst selbst als öffentlicher Raum in Erscheinung? Wie fordern Künstler:innen Methoden wie Performances oder Workshops mit neuen Praktiken heraus und welche Begriffe von Öffentlichkeit werden darin reflektiert? Welche Rolle spielt heute die Institution Museum für die Öffentlichkeit? Seit Frühjahr 2017 setzt sich eine Forschungsgruppe mit dem Bestand des Skulptur Projekte-Archivs und Fragen wie diesen auseinander.

Mit dem programmatischen Titel Public Matters. Debatten und Dokumente aus dem Skulptur Projekte Archiv liegt nach der fünften Ausgabe der Skulptur Projekte eine umfangreiche Publikation vor, die Zusammenhänge von Öffentlichkeit und Kunst behandelt.

Das Ausstellungsprojekt The Public Matters umfasst eine von dem Kollektiv Projekt 2077 entwickelte audiovisuelle, raumgreifende Installation. Auf der Grundlage von Archivalien wie Fotografien, Entwurfsblättern, Korrespondenzen sowie Ton- und Filmmaterial aus dem Skulptur Projekte Archiv entwickeln die 14 Künstler eine Idee von den Skulptur Projekten im Jahr 2077.
Diese Idee binden sie in ein utopisch-dystopisches Szenario ein: Sie kreieren ein Setting, in dem Staatsgrenzen aufgrund tiefgreifender sozio-ökologischer Umwälzungen nicht mehr in der heutigen Form existieren, Nationenzugehörigkeit und Länderflaggen ihre ursprüngliche Bedeutung verloren haben und nahezu alle Menschen Migranten sind. Es herrscht das Matriarchat, Kuratorinnen heilen die Welt. Um diese Vormachtstellung der Frauen zu durchbrechen, laden die Kuratorinnen der Skulptur Projekte 2077 sieben ausschließlich männliche Künstler ein und wiederholen damit die Geschlechterverteilung der Skulptur Projekte aus dem Jahr 1977.

Das Programm der Thementage

19.08.  Public Matters: Vom Archiv zur Publikation – Ein Interview mit Prof. Dr. Frohne und Dr. Marianne Wagner

20.08.  The Public Matters: Blick in die Zukunft – Ein Interview mit dem Kollektiv Projekt 2077

Kategorie: Thementage